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Maria-Tann Kapelle

 

Die Kapelle von außen

 

 

 

Die Kapelle befindet sich, aus Richtung Rottweil auf der vierspurigen B- 27 ca. 500 m vor dem Ortseingang rechts unten im Wald. Von der Straße aus ist die Kapelle nicht sichtbar. Man erreicht sie über einen Fußweg, der vom Friedhof aus talabwärts entlang der Kreuzwegstationen verläuft.

Die Geschichte der Kapelle lässt sich bis in das Jahr 1743 zurückverfolgen. Die heutigen Umrisse der Kapelle stammen aus Jahr 1881.
Die Maria-Tann Kapelle war ein bekannter Wallfahrtsort. Sie ist an allen Sonntagen von Frühjahr bis Herbst geöffnet. Vor allem im Mai wird die Kapelle zu Andachten genutzt.
Die Familie Oskar Müller versieht seit vielen Jahren den Mesnerdienst für die Kapelle ehrenamtlich.

 

Der Innenraum

Links vor dem Altar steht die Figur des hl. Gallus, rechts die Figur des hl. Wendelin.
Über dem Altar sind von links nach rechts Figuren der Heiligen Josef, Maria mit Kind und Johannes Evangelist.
Ganz oben ist eine Kopie des Gnadenbildes „Maria in der Tann". Das Original befindet sich in der Pfarrkirche.

 

St. Gallus

Sein Gedenktag ist der 16. Oktober.
Der Heilige wird als Mönch oder als Pilger dargestellt, sein Attribut ist ein Bär.
St. Gallus ist der Patron der Stadt und des Kantons St. Gallen. Er wird von Fieberkranken angerufen. Der Name bedeutet „der Gallier" (lateinisch).
Gallus wurde von seinen Eltern ins Kloster Bangor in Irland zur Ausbildung gegeben. Er machte sich um 590 auf und zog von Irland aus nach Frankreich. Von dort ging er zusammen mit Kolumban um 610 zu den Alemannen.
Eine Legende erzählt, dass Gallus einem verletzten Bären einen Dorn aus dem Fuß gezogen und ihn dadurch gezähmt habe.
Gallus lebte nun in einer Einsiedelei am Bodensee. Er faszinierte die „rauhen Alemannen" vor allem durch seine Art und zeichnete sich neben seiner leidenschaftlichen Frömmigkeit durch Menschenliebe und Naturverbundenheit aus.

Aus der Zelle des Gallus entstand dann das Benediktinerkloster, später entwickelte sich daraus die Stadt St. Gallen. Nach Gallus nennen sich die Stadt und der Kanton St. Gallen.

 

Der Heilige Wendelin

Sein Gedenktag ist am 20. Oktober.

Der Heilige wird als Hirte, mit Schafen und Schweinen dargestellt. Er ist Patron der Hirten und Herden, der Schäfer ,der Bauern und des Viehs. Er wird angerufen gegen Viehseuchen, für gedeihliche Witterung und eine gute Ernte".
Der Name „Wendelin" bedeutet: aus dem Stamm der „Vandalen". Der Legende nach hat Wendelin als Einsiedler und Abt in Schottland oder Irland gelebt. Er sei um 555 geboren und um 617 gestorben.

Wendelin war der Überlieferung nach ein schottischer Königssohn. Aus Ärger über seine religiösen Neigungen verlangte sein Vater von ihm, Schafe zu hüten. Mit sechs Genossen wollte er nach Rom wallfahrten, gelangte aber nur bis Trier. Dort stießen sie auf eine Gruppe von Laien, die gemeinsam klösterlich lebten. Wendelin übernahm bei einem Edelmann Hirtendienste und trieb das Vieh bis zu einem sieben Meilen entfernten Berg, wo er gerne betete. Der als räuberisch geschilderte Herr der Herde kam unerwartet vorbei und war erzürnt, dass Wendelin sich so weit entfernt hatte und er befürchtete, dass er deshalb das zum Verzehr bestimmte Tier nicht rechtzeitig erhalten könne. Doch als der Erboste in seinen Hof zurückkam, war Wendelin bereits dort. Tief erschrocken, bat der Herr Wendelin um Vergebung, baute ihm eine Zelle in der Nähe des benachbarten Klosters Tholey dessen Mönche Wendelin zum Nachfolger ihres verstorbenen Abtes wählten, ohne dass Wendelin zum Priester geweiht war.

 

Der Altar

Der Altar stammt aus dem Jahr 1861. Er wurde vom Rottweiler Bildhauer Pfeffer geschaffen. Der Aufsatz für die Figur „Maria-in-der-Tann" stammt vermutlich aus dem Jahr 1922.
Die Kosten für den Altar, die Figuren, die Fenster und das Gestühl wurden durch Spenden der Neukircher Bürger, namentlich von Schultheiß Johann Baptist Mey, aufgebracht.
Die Figuren im und um den Altar sind älterer als der Altar selbst.
Das Figurenprogramm am Altar enthält die Heiligen Josef, Maria mit Kind und Johannes der Evangelist.

Die Figur des Evangelisten Johannes hält in seiner Hand einen Kelch, aus welchem sich eine Schlange erhebt. Der Legende nach wurde dem Evangelisten ein Becher mit vergiftetem Wein gereicht, den dieser aber ohne Schaden getrunken habe,

 

Das Gnadenbild Maria-in-der-Tann

Die im Bild dargestellte Figur befand sich ursprünglich in der MariaTann-Kapelle. Es wurde dann seit den achtziger Jahren - im Tresor verwahrt und erhielt dann seit 1994 im nach einem Brand wiederaufgebauten Gotteshaus in einer Nische auf der linken Seite einen würdigen und sicheren Platz. Für die Tannkapelle wurde eine Kopie des Gnadenbildes gespendet und am 7.Mai 2000 über dem Altar angebracht.
Untersuchungen aus dem Jahre 1922 ergaben, dass die kleine Figur aus der Zeit zwischen 1720 und 1750 stammen dürfte. Das Gnadenbild hat wohl Franz Grimm aus Neukirch in die Höhlung einer Tanne stellen lassen, wahrscheinlich vor dem Jahr 1737. In den folgenden Jahren sind mehrere Erscheinungen in Zusammenhang mit dem Gnadenbild bezeugt worden. Zwischenzeitlich geriet das Bildnis in Vergessenheit und ist wohl in die Tanne eingewachsen. Der Überlieferung nach hörte ein Mädchen, das Zimmerleuten das Essen gebracht habe, aus einer Tanne heraus singen. Nachdem auch andere Leute den Gesang gehört hatten, wurde die Tanne gefällt und das Muttergottesbildnis kam zum Vorschein. Über dem Stumpf der gefällten Tanne soll im Jahre 1743 eine Kapelle errichtet worden sein.

 

Geschichte der Mariatannkapelle nach Pfarrer Schnapper

Die Geschichte der Maria-Tann-Kapelle wurde im Jahre 1922 von Pfarrer Schnapper in einem Büchlein niedergeschrieben, das für die folgenden Ausführungen größtenteils als Grundlage dient. Sie können das Büchlein hier herunterladen (1,08 MB).

 

Die Ursprünge

Die ältesten Aufzeichnungen zur Kapelle gehen wohl auf den Aixheimer Bürger Johannes Mayer zurück, die über die Anfänge aus dem Jahre 1723 berichten. Demnach gab es in Zusammenhang mit einem Marienbildnis etwa am Ort der heutigen Kapelle mehrere merkwürdige Begebenheiten und Gebetserhörungen von Bürgern aus Neukirch und Umgebung.
Laut Aufzeichnung des Ortsgeistlichen Dr. Draßantzky hat Herr Franz Grimm das Gnadenbild in eine Tanne stellen lassen, was vor dem Jahr 1737 geschehen sein muss.
Nach einigen Jahren der Verehrung, so berichtet die Überlieferung, sei das Gnadenbild in Vergessenheit geraten und allmählich in eine Tanne eingewachsen sein. Derselben Überlieferung nach hörte ein Mädchen, das Zimmerleuten das Essen gebracht habe, aus einer Tanne singen. Nachdem auch andere Leute den Gesang gehört hatten, wurde die Tanne gefällt und das Muttergottesbildnis kam zum Vorschein. Über dem Stumpf der gefällten Tanne soll im Jahre 1743 eine Kapelle errichtet worden sein.

 

Bau und Erhalt der Kapelle

Die Kapelle ist im Jahr 1743 aus Spendengeldern erbaut worden. Laut Stadtarchivar Dr. Hecht geht die Gründung auf den damaligen Pfarrer Josef Wenzler zurück und ist als Filialheiligtum von Triberg anzusehen.
Über der Tür zur Tannkapelle ist die Zahl 1783 eingemeißelt, dem Jahr in dem wohl die erste größere Restaurierung anstand. Oberhalb der Jahreszahl ist eine Nische zu sehen, in der - wahrscheinlich bis zum Jahr 1922 - das Gnadenbild untergebracht war.
Im Jahr 1823 wurde das Dach aus Spendenmitteln erneuert.
Ab dem Jahr 1842, einem Jahr der Not, erlebte der Wallfahrtsort eine neue Blütezeit. Aus der Initiative von Schultheiß Baptist Mey heraus wurde die Kapelle ab dem Jahr 1842 grundlegend wiederhergestellt. Baptist Mey und auch andere Bürger setzten großes Vertrauen in die „Maria-in-der-Tann" und erlebten, dass sie Hilfe erhielten.
In den Jahren 1860 bis 1864 wurde die Kapelle verlängert, ein neugotischer Altar mit den heute noch in der Kapelle befindlichen Figuren wurde erworben. Zudem wurden die Fenster erneuert und neues Gestühl beschafft. Der größte Teil der Koste wurde von Altschultheiß Baptist Mey getragen.
Die Vorhalle wurde in den Jahren 1880/81 angebaut.
Die erste Glocke aus dem Jahre 1747 wurde zu nicht bekannter Zeit durch eine Glocke aus dem Jahre 1841 ersetzt. Diese Glocke wurde 1917 zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Die heutige Glocke wurde 1920 gespendet.
Im Jahr 1907 wurde der Bodenbelag, 1911 das Dach erneuert. Die Figuren, der Putz und wiederum das Dach wurden 1922 renoviert und wiederhergestellt.
In den folgenden 50 Jahren wurden keine grundlegenden Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, so dass ein Gutachten des Kunstvereins der Diözese Rottenburg aus dem Jahre 1971 den Zustand der Kapelle als „beklagenswert" und „unerfreulich" bezeichnet. Teilweise lag die Ursache im Umbau der B 27 begründet, was Geländeauffüllungen und im weiteren Feuchtigkeitsschäden nach sich zog.
In den Jahren 1973 und 1974 wurden das Dach, der Außenputz und die Fenster erneuert. Die Außenanlagen wurden verbessert und eine Entwässerung hergestellt.
Im Jahr 1977 wurde der Boden der Kapelle mit Sandsteinplatten belegt. Im folgenden Jahr hat die Stadt Rottweil die vom Bau der B27 durch Erdaufschüttungen beeinträchtigten Außenanlagen verbessert.
In den Jahren 1980/81 wurden die Erneuerung des Innenraumes eingeleitet. Er wurde neu verputzt und bemalt. Das Gestühl wurde aus Spendenmitteln erneuert. Im Jahr 1983 wurden der Altar und die Figuren einschließlich des Gnadenbildes renoviert, so dass man am 23.10.1983 den Abschluss der Arbeiten mit einer Dankandacht feiern konnte.
Im Jahre 1999 wurde eine Kopie des Gnadenbildes gespendet und am 7.5.2000 in der Tannkapelle eingesetzt.

 

Das Eremitenhaus

Zugleich mit der Kapelle wurde im Jahre 1743 ein Eremitenhaus gebaut. Der Eremit hatte die Aufgabe, die Kapelle in Ordnung zu halten, bei der „Mess" zu dienen, das Läuten zu besorgen und ähnliches.
Der erste Eremit Johannes Grathwohl, gebürtig aus Aixheim, starb 1759. Als weitere Eremiten sind bekannt: Mey, Thomas Kopp und Franz Alois Bantle, der 1813 verstarb.
Später hatte das Eremitenhaus die Funktion eines Armenhauses. So wohnte z. B. eine Witwe mit vier Kindern dort, die 3 Tannenbrüder mit der Tannenschwester.
Zwischen den Jahren 1827 und 1837 wurde das Eremitenhaus abgebrochen und in Neukirch wiederaufgebaut worden. Im Jahre 1913 am Kirchweihsonntag ist es dann abgebrannt.

 

"Wunderbare Erscheinungen"

Schon der Ursprung der Kapelle war mit bemerkenswerten Begebenheiten und Erscheinungen verbunden.
So wird berichtet, dass Magdalena Bierzin die Wallfahrt zu einem Bildnis der Maria am späteren Orte der Kapelle geholfen habe. Außerdem sei sei Jakob Gaiß durch eine wunderbare Erscheinung von seinem Liederlichen Leben abgebracht worden. Das Gelöbnis einer Wallfahrt soll die Kuh eines Kindes zu Rottenburg geheilt haben.
Das nach einigen Jahren der Verehrung vergessene Gnadenbild, so berichtet die Überlieferung, sei allmählich in eine Tanne eingewachsen. Derselben Überlieferung nach hörte ein Mädchen, das Zimmerleuten das Essen gebracht habe, aus einer Tanne singen. Nachdem auch andere Leute den Gesang gehört hatten, wurde die Tanne gefällt und das Muttergottesbildnis kam zum Vorschein. Über dem Stumpf der gefällten Tanne soll im Jahre 1743 eine Kapelle errichtet worden sein.
Im Jahre 1852 sah der Zepfenhaner Philipp Weinmann um die Kapelle einen seltsamen Glanz. Ähnliches berichten wenig später Maria Anna Gfrörer und Martin Mey. Auch ein Rottweiler Amtmann und Vikar Geiselmann sollen ähnliches erlebt haben.