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Dreifaltigkeitskapelle im Vaihingerhof

 

Außen



Das Äußere der Kapelle

Die Kapelle im Vaihingerhof befindet sich etwa in der Ortsmitte des Weilers. Sie ist der hl. Dreifaltigkeit geweiht. Die Bevölkerung bezeichnet die Dreifaltigkeitskapelle liebevoll als das „Käppele".
Die Kapelle mit ihren 70 Sitzplätzen und einer Grundfläche von 8 x 12m ist für eine Kapelle recht groß und kann deshalb als kleine Kirche bezeichnet werden.
Sie wurde im Jahre 1888 aus Spenden der Bevölkerung des Vaihingerhofs erbaut. Sie ist an allen Sonntagen geöffnet. Monatlich wird am Mittwochabend dort ein Gottesdienst gefeiert.
Die im Vaihingerhof geborenen Kinder werden meistens in der Kapelle getauft. Für verstorbene Bewohner des Weilers wird in der Kapelle der Rosenkranz gebetet.
Die Mesnerin Brigitte Lorenz versieht seit mehr als 25 Jahren ihren Dienst.

 

 

Innen

 

Das Innerer der Kapelle

Der Altar wurde mit den Figuren in der Zeit der Erbauung der Kapelle hergestellt.
In der linken Nische steht eine Figur des hl. Wendelin. Die Figurengruppe in der Mitte stellt die hl. Dreifaltigkeit dar. In der rechten Nische steht eine Figur des hl. Sebastian.
In der Weihnachtszeit wird im vorderen Bereich das „Kripple" aufgestellt.
Die Fenster wurden in den fünfziger Jahren eingesetzt. Die Wangen des Gestühls konnten beim Kirchenbrand 1992 gerettet werden.
Seit Bestehen der Kapelle erfolgten wiederholt Reparatur- und Erhaltungsmaßnahmen.
Der jetzige Innenraum erhielt die Kapelle bei der Renovierung 1999 bis 2000. Der Abschluss der Renovation wurde mit einem Festgottesdienst am 14.10 2000 gefeiert.

 

Der Heilige Sebastian

Der Gedenktag des hl. Sebastian ist der 20. Januar.
Der Heilige wird fast immer mit Pfeilen dargestellt, die seine Brust durchbohren.
Sebastian ist u.a. der Patron Brunnen, der Sterbenden, der Schützengilden, der Soldaten, der Kriegsinvaliden, der Büchsenmacher, der Eisengießer, der Steinmetze, der Gärtner, der Gerber, der Töpfer.
Er wird angerufen gegen Pest und Seuchen.
Sebastian wurde in Mailand geboren, er starb als Märtyrer um 288 in Rom.
Der Name Sebastian bedeutet „der Verehrung Würdige".

[Quelle: nach http://www.heiligenlexikon.de/, Namenstagskalender]
Sebastian stammt nach der Überlieferung des Ambrosius aus Mailand. Er war als Soldat Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof Diokletians, der dort aber ungeachtet des Verbotes seinen christlichen Glauben weiter bekannte und viele zum Christentum bekehrte. Seine Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen, ihnen Mut zuzusprechen und immer weitere Römer zu bekehren.
Der Legende nach ließ der römische Kaiser Diokletian, als er von Sebastians Glauben erfuhr, ihn an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen erschießen. Er wurde jedoch von den Pfeilen nicht getötet. Die Witwe des Märtyrers Castulus namens Irene nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder erholt hatte, trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen, um ihm die Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vorzuhalten. Diokletian ließ ihn daraufhin im Circus von Rom zu Tode peitschen und die Leiche in die „cloaca maxima", die große Kloake, werfen. Sebastian erschien dann der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie nahm den Leichnam zu sich und bestattete ihn an der Apostelkirche an der Via Appia, unter der heutigen Kirche „San Sebastiano ad Catacumbas".
Diese gehörte zu den sieben frühchristlichen Pilgerkirchen Roms. Sebastians Verehrung in Rom ist schon im 4. Jahrhundert nachgewiesen. Eine Pestepidemie in Rom im Jahr 680 sei erloschen, nachdem man seine Reliquien durch die Straßen trug; „Sebastinanspfeile" trug man früher als Schutz gegen die Pest. Das erste Martyrium des heiligen Sebastian wurde zum beliebten Thema in der Kunst der Renaissance, der unbekleidet am Baum stehende Märtyrer beliebtes Thema der Aktmalerei. Seine Reliquien sollen in Hagenau im Elsaß sein.
Der Gedenktag des hl. Sebastian ist am 20. Januar.

Der Heilige wird fast immer dargestellt mit Pfeilen, die seine Brust durchbohren.
Sebastian ist u.a. der Patron Brunnen, der Sterbenden, Schützengilden, Soldaten, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisengießer, Steinmetze, Gärtner, Gerber, Töpfer. Er wird angerufen gegen Pest und Seuchen.
Sebastian wurde in Mailand geboren und starb um 288 in Rom.
Der Name Sebastian bedeutet „der Verehrung Würdige".

 

Der Heilige Wendelin

Sein Gedenktag ist der 20. Oktober.
Der Heilige wird als Hirte, mit Schafen und Schweinen dargestellt. Er ist der Patron der Hirten und Herden, Schäfer und Bauern, des Viehs. Er wird angerufen gegen Viehseuchen, für gedeihliche Witterung und eine gute Ernte".
Der Name Wendelin bedeutet: aus dem Stamm der „Vandalen". Der Legende nach hat Wendelin als Einsiedler und Abt in Schottland oder Irland gelebt. Er sei um 555 geboren und um 617 gestorben.
Wendelin war der Überlieferung nach ein schottischer Königssohn. Aus Ärger über seine religiösen Neigungen verlangte sein Vater von ihm, Schafe zu hüten. Mit sechs Genossen wollte er nach Rom wallfahrten, gelangte aber nur bis Trier. Dort stießen sie auf eine Gruppe von Laien, die gemeinsam klösterlich lebten. Wendelin übernahm bei einem Edelmann Hirtendienste und trieb das Vieh bis zu einem sieben Meilen entfernten Berg, wo er gerne betete. Der als räuberisch geschilderte Herr der Herde kam unerwartet vorbei und war erzürnt, dass Wendelin sich so weit entfernt hatte und er befürchtete, dass er deshalb das zum Verzehr bestimmte Tier nicht rechtzeitig erhalten könne. Doch als der Erboste in seinen Hof zurückkam, war Wendelin bereits dort. Tief erschrocken, bat der Herr Wendelin um Vergebung, baute ihm eine Zelle in der Nähe des benachbarten Klosters Tholey dessen Mönche Wendelin zum Nachfolger ihres verstorbenen Abtes wählten, ohne dass Wendelin zum Priester geweiht war.

 

Geschichte der Dreifaltigkeitskapelle

nach Alban Schneider und Konstatin Seifriz
Die Geschichte der Dreifaltigkeitskapelle wurde im Jahre 1988 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Kapelle vom Vaihingerhofer Bürger Alban Schneider in einem Büchlein niedergeschrieben. Sie können das Büchlein hier herunterladen (1,6 MB). Die folgenden Ausführungen beziehen sich inhaltlich darauf.
Das Büchlein stützt sich auf das etwa 100-seitige Werk „Geschichte des Vaihingerhofs und seine Besiedelung" von Konstatin Seifritz. Der aus dem Weiler gebürtige Verfasser schrieb dieses Werk im Jahr 1973.

 

Die Kirchengemeinde im Vaihingerhof

Konstantin Seifritz fand in den „Investiturprotokollen der Diözese Konstanz" (Manfred Krebs) für das Jahr 1468 einen Eintrag der auf einen bepfründeten Geistlichen im Vaihingerhof hinweist.
Das Rottweiler Heimatblatt Nr. 20 (1922) stellt dar, dass noch 1771 der Neukircher Geistliche alle 14 Tage eine heilige Messe in der Kapelle im Vaihingerhof zu lesen hatte, wofür er jeweils eine Suppe und ein halbes Maß Wein bekam.
Demnach ist anzunehmen, dass der Weiler eine Filiale der Neukircher Pfarrkirche war, die aber zeitweise einen eigenen Geistlichen hatte.

 

Die Vorgänger-Kapelle

Die heutige Kapelle hatte eine bescheidene Vorläuferin, deren Reste in den Grundmauern der Scheune des Gasthauses Linde enthalten sind. Die Ausmaße der Vorgänger-Kapelle waren mit 10 x 7,5m etwas größer als die heutige Kapelle. Die Nachforschungen von Konstatin Seifritz ergeben folgenden Sachverhalt:
Die ober erwähnten Gottesdienste müssen wohl in dem kleinen Kirchlein stattgefunden haben. Es fanden sich aber weder Belege für das Jahr der Erbauung noch wem das Kirchlein geweiht war.
Dagegen erscheint das Ende des Bauwerks klarer belegt. Von 1471 bis 1803 war der Weiler inklusive des kleinen Gotteshauses im Besitztum des Klosters Rottenmünster. Ab 1802 wurde das Hofgut im Zug der Säkularisation in eine Staatsdomäne umgewandelt.
In den Heimatblättern (1965, Nr. 2, Franz Betz) ist die Versteigerung der Klostergüter des Reichsstifts im Jahr 1803 beschrieben.
Im Staatsarchiv Ludwigsburg befinden sich die Akten über den „Fahrnisverkauf", in dem u.a. das Inventar der Kapelle vermerkt ist. Auch über die Verwendung der Kapelle in den folgenden Jahren geben die Akten im Staatsarchiv Auskunft. Demnach wurde die Kapelle in der Zeit um 1818 als Schafstall und als Schopf genutzt.
Zusammen mit den übrigen Gebäuden ging die Kapelle im Jahre 1830 in den Besitz der Gemeinde Neukirch über. In einem Gebäudebrandversicherungs-Katasterbuch der Gemeinde Neukirch ist das Kirchlein als Schweinehaus eingetragen. Im Jahre 1831 mit dem daneben stehenden Wirtshaus in den Besitz der Familie Wenzel Mey aus Neukirch über.
Nach einem Eintrag aus dem Jahre 1832 in diesem Buch hat der neue Eigentümer die Kapelle abgebrochen und an deren Stelle ein Ökonomiehaus mit Scheuer errichtet.

 

Bau der Kapelle

Konstatin Seifritz beschreibt auch die Bauphase der heutigen Kapelle.
Der Bauplatz wurde teils von seinen Eltern andernteils von der Gemeinde Neukirch geschenkt. Die Geldmittel für die Kapelle kamen aus Spenden, hauptsächlich von Bürgern des Ortes zusammen. Aber auch Bürger aus Neukirch und Umgebung, der Rottenburger Bischof und Königin Olga beteiligten sich mit Geldspenden. Dank des tatkräftigen Einsatzes der Bürger betrugen die Baukosten nur 3000 Mark.
Es wurde eine 35 cm hohe Glocke aus Bildechingen beschafft, die aus dem 14. Jahrhundert stammt. Diese Glocke hat die Weltkriege heil überstanden und hängt noch heute im Dachreiter der Kapelle.
Aus dem Protokoll des Kirchenstiftungsrates Neukirch vom 29.03.1908 ist entnehmen, dass eine Kapellenpflege Vaihingerhof eingerichtet wurde. Am 03.02.1914 wurde die Kapelle im Grundbuch Neukirch der Kapellenpflege Vaihingerhof übertragen.

Erhaltung und Renovierung der Kapelle bis 1988
In den fünfziger Jahren wurde die Kapelle renoviert, wobei sich der aus dem Vaihingerhof stammende Pfarrer Johannes Zeiser besonders verdient gemacht hat. Die Kapelle erhielt ein neues Dach und einen neuen Außenputz. Innen sind damals die Gipsfiguren entfernt worden. Der Altar wurde vom Kunstmaler Bernhard Wäschle neu gefasst.
Im Jahr 1969 wurde der Dachreiter erneuert und mit einer Abdeckung aus Zinkblech versehen. Die Kosten in Höhe von etwa 2000 D- Mark wurden durch Spenden, hauptsächlich von Pfarrer Zeiser, aufgebracht.
Ab 1975 zeigten sich Risse in Wänden und Decke, die man mit Gipsmarken versah. Im Sommer 1978 glaubte man, keine Veränderungen mehr zu beobachten und die Kirchengemeinde Neukirch investierte in Gipser- und Malerarbeiten 10.000 D-Mark.
Im Frühjahr 1979 wurde eine neue Eichentür angefertigt. Die Kosten in Höhe von 3.000 Mark wurden durch Spenden aufgebracht.
Die folgenden Jahre zeigten, dass die Wandrisse leider nicht zum Stillstand kamen. Ein vom bischöflichen Baubüro beauftragter Statiker stellte diesbezügliche Untersuchungen an. Aufgrund seiner Vorschläge wurden die Fundamente mit einer Drainage versehen und mit einer kräftigen Betonummantelung mit Eisenarmierung verstärkt. Diese Erhaltungsmaßnahmen mit anschließenden Malerarbeiten brachten Kosten von über 50.000 D-Mark mit sich, von denen der größte Teil von der Diözesanverwaltung getragen wurde.

 

Renovierung 1999-2000

Nach der Renovierung von 1988 glaubte man für einige Zeit „Ruhe" zu haben . Diese Erwartung ging leider nicht in Erfüllung. Im Jahr 1998 waren Schäden unübersehbar: wurmstichiges Gestühl und Gestühlsboden brachen teilweise, an manchen Stellen fiel der Innenputz großflächig ab.
Eine Analyse durch Architekt Weber ergab die Notwendigkeit folgende Gewerke zu erneuern: Innenputz, Gestühlsboden, Gestühl, Elektroinstallation, Plattenboden, Teile des Außenputzes und Überprüfung der Drainage. Zum Abschluss seien Malerarbeiten nötig. Die Ursache der Schäden liegt - neben dem Holzwurmbefall - in aufsteigender Feuchtigkeit, die wiederum im zementhaltigen Verputz begründet ist.
Die geschätzten Kosten der Sanierung betrugen 166.000 D-Mark, was im Vergleich zu den früheren Sanierungskosten sehr hoch waren. Sie wurden größtenteils aus dem diözesanen Ausgleichsstock, zum kleineren Teil aus Rücklagenentnahmen und aus Spenden aufgebracht.
Im Februar 1999 wurde die Kapelle ausgeräumt. Das wurmstichige Gestühl mit Gestühlsboden wurde im Fackelfeuer verbrannt. Die Kapelle wurde im Inneren ausgegraben und ein Betonboden mit Estrich verlegt.
Der Innenputz wurde bis auf Mannhöhe ganz erneuert und im oberen Bereich ausgebessert und überarbeitet. Die Firstziegel auf dem Dach und dem Chor wurden neu eingebunden, schadhafte Platten des Biberschwanzdachs wurden ausgewechselt. Die elektrische Installation wurde vollständig erneuert. Bei vielen Arbeiten wurde erheblich Eigenleistung erbracht, wobei sich insbesondere ein Team von Rentnern aus dem Vaihingerhof (Alban Schneider, Karl Seeburger, Paul Schwarz) auszeichneten.
Die ganze Kapelle wurde innen und außen in hellen Farben frisch gestrichen.

Zum Abschluss der Renovierung wurde am Sonntag, den 8.10.2000 eine Andacht gefeiert. Pfarrer Anton Seeberger, der zusammen mit dem Kirchengemeinderat und der Kirchenpflege die Renovierungsarbeiten in Gang gesetzt hat, war Zelebrant. Musikalisch hat das Bläserquartett Neukirch den Gottesdienst. Im Anschluss blieb die Gemeinde noch zu Kaffee, Kuchen und Gesprächen im benachbarten Schafhaus.