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Impulsgedanken zum Evangelium am Dreifaltigkeitssonntag

 

„Dreifaltigkeit ist..."
Als ich letztes Jahr in Italien war, entdeckte ich im Schaufester einer Christlichen Buchhandlung, ein Buch mit dem Titel: „La Bibbia in tutte le lingue del mondo" übersetzt: Die Bibel in allen Sprachen der Welt. Ich war ganz überrascht und fragte mich wie es sein konnte, dass es die Bibel in einem Buch in allen sprachen gab. Ich hatte davon hatte nie etwas gehört.
So betrat ich die Buchhandlung, schnappte mir das Buch und zu meiner Überraschung las ich nur einen Abschnitt der in allen Sprachen übersetzt war.
Es war die Stelle aus dem Johannesevangelium die wir heute gelesen haben: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat".
In diesem einen Vers sieht der Verfasser des Buches die ganze Bibel zusammengefasst.
Die Botschaft, dass Gott die Welt so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn hingibt, um sie zu retten, ist wirklich die zentrale Botschaft in der das Alte Testament zum Ziel kommt und die im Mittelpunkt des Neuen Testamentes steht.
Es ist nicht schwer zu begreifen, warum diese Stelle am Dreifaltigkeitssonntag verkündet wird. Sie verkündet nämlich das Wesen des Dreifaltigen Gottes, der die Liebe ist. Im Alten Testament am Berg Sinai hat Gott dem Mose mitgeteilt, dass sein Wesen Liebe ist: „Jahwe ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue". Wenn Gott Liebe ist, dann kann er nicht ein einsamer Gott sein, dann muss er Gemeinschaft sein, Vater, Sohn und Heiliger Geist - ein Gott in drei Personen.
Wir Christen glauben, dass dieser dreifaltige Gott unser Leben trägt und begleitet. Das sagen wir, wenn wir jeden Gottesdienst im Namen dieses dreifaltigen Gottes beginnen und beenden.
Aber können wir die Dreifaltigkeit begreifen und verstehen? Das ist uns Menschen rein von der Logik wohl nicht möglich. Ein Freund von mir der Zisterzienzerpater in Apulien (Italien) ist, erzählt, dass schon seit den mittelalter sein Orden am Dreifaltigkeitsfest nicht predigt weil es so schwer ist, dazu etwas zu sagen."
Deshalb will ich auch gar nicht versuchen, in diesen Zeilen eine theologische Abhandlung über das Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit zu geben, sondern Zeugnis davon abzulegen, wie ich den Dreifaltigen Gott in meinem Leben erfahre.
Ich glaube und ich Vertraue darauf, dass da ein Vater ist, der mich erschaffen hat und mich liebt, der die ganze Welt und auch mich persönlich ins Leben gerufen hat und zu mir ja sagt.

Ich vertraue darauf, dass er uns seinen Sohn gesandt hat, wie es im heutigen Evangelium heißt: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab ..."
Dieser Jesus ist mein Bruder, der alles miterlebt hat, was auch ich Tag für Tag erlebe: Freude und Schmerz, Sorgen und Hoffnungen, Versuchung und Kreuz, Scheitern und Auferstehen. Er ist mein Freund und Bruder, dem ich vertrauen kann, weil er mich auf dem Lebensweg begleitet.
Ich vertraue darauf, dass da ein Geist der Liebe und des Friedens ist, der mein Herz und die ganze Welt erfüllt, der mich zum Guten anspornt und zur Geduld. Er gibt mir die Kraft, zu vertrauen, dass der Vater mich in Liebe erschaffen hat, dass der Sohn mich voll Liebe begleitet und dass in mir der Geist wirkt, die Kraft, die alles zur Vollendung führt.
In diesem dreifaltigen Gott bin ich geborgen. Dafür danke ich am Dreifaltigkeitsfest.
Möge dieser zentrale Satz des heutigen Evangeliums, der in allen Sprachen der Welt übersetzt ist, immer mehr ein zentraler Satz unseres Lebens werden: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat".
So segne uns am heutigen Dreifaltigkeitssonntag, die Liebe des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Maria Angela Mariano (Gemeindereferentin)